Metrik
Verfasst: 29. Okt 2007, 13:13
Die Metrik
Der deutsche Vers geht von der Folge von betonten Silben, den Hebungen, und unbetonten Silben, den Senkungen, aus. Die Hebung bezeichnen wir ‑ wenn wir das traditionelle System anwenden ‑ mit dem aus der antiken Metrik entlehnten Zeichen X die Senkung mit dem Zeichen x .
Die Folge von Betonungen und Senkungen kann frei gestaltet oder nach bestimmten Prinzipien organisiert sein. Liegt eine fest organisierte Folge von Hebungen und Senkungen vor, sprechen wir von einem „Versmaß”. Es lassen sich dann in einer Verszeile kleinste Einheiten feststellen, die eine festgelegte Folge von Hebungen und Senkungen sind. Eine solche kleinste Einheit innerhalb eines Versmaßes nennen wir in der traditionellen Metrik Versfuß.
In der deutschen Dichtung lassen sich vor allem folgende, auf antike Vorbilder zurückgehende Versfüße finden:
Jambus,..en xX verbót Senkung/Hebung
Trochäus..en Xx sícher Hebung/Senkung
Daktylus..en Xxx Königin Hebung/Senkung/Senkung
Anapäst,‑e xxX Senkung/Senkung/Hebung
Für die Gestaltung einer Verszeile ist jedoch nicht nur der zugrundeliegende Versfuß wichtig, sondern auch andere Gesichtspunkte müssen beachtet werden:
die Zäsur
Die Zäsurist ein Einschnitt im Versinneren, eine deutliche Pause entsteht. Im folgenden Beispiel liegt eine deutliche Zäsur nach der dritten Hebung vor:
Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret.
die Kadenz
Mit Kadenzwird der Schluss einer Verszeile bezeichnet. Endet eine Verszeile mit einer betonten Silbe, so heißt das „männliche Kadenz“,z.B. „Flut“, „Glut“. Endet eine Verszeile mit einer unbetonten Silbe, so heißt das „weibliche Kadenz“, z.B. „Ferne“, „Sterne“.
Um die Untersuchung der Kadenzen für die Interpretation nutzbar zu machen, muss auch der Beginn der nächsten Verszeile analysiert werden; denn es ist wichtig, ob z.B. auf eine männliche Kadenz eine Hebung zu Beginn der nächsten Verszeile folgt, wodurch eine kurze Pause entsteht und im Allgemeinen die Verszeilen stärker voneinander abgesetzt werden.
die Verbindung zwischen den Verszeilen:
Das Übergreifen einer syntaktischen Einheit über das Verszeilenende heißt das Enjambement. Fallen Verszeilenende und Satzende zusammen, sprechen wir von Zeilenstil. Beide Phänomene müssen auf den Inhalt des Gedichts bezogen werden, um zu einer interpretatorischen Aussage zu gelangen.
Die Angabe des Versmaßes/des Metrums:
Um das Versmaß einer Verszeile zu bestimmen, geben wir im Deutschen die Art des zugrunde liegenden Versfußes und die Anzahl der Hebungen an.
Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll.
x X x X x X x X
Ein Fischer saß daran.
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinein
aus: Goethe, „Der Fischer“
Goethe verwendet hier abwechselnd vierhebige und dreihebige Jamben.
Quelle: Zentrale für Unterrichtsmedien
Der deutsche Vers geht von der Folge von betonten Silben, den Hebungen, und unbetonten Silben, den Senkungen, aus. Die Hebung bezeichnen wir ‑ wenn wir das traditionelle System anwenden ‑ mit dem aus der antiken Metrik entlehnten Zeichen X die Senkung mit dem Zeichen x .
Die Folge von Betonungen und Senkungen kann frei gestaltet oder nach bestimmten Prinzipien organisiert sein. Liegt eine fest organisierte Folge von Hebungen und Senkungen vor, sprechen wir von einem „Versmaß”. Es lassen sich dann in einer Verszeile kleinste Einheiten feststellen, die eine festgelegte Folge von Hebungen und Senkungen sind. Eine solche kleinste Einheit innerhalb eines Versmaßes nennen wir in der traditionellen Metrik Versfuß.
In der deutschen Dichtung lassen sich vor allem folgende, auf antike Vorbilder zurückgehende Versfüße finden:
Jambus,..en xX verbót Senkung/Hebung
Trochäus..en Xx sícher Hebung/Senkung
Daktylus..en Xxx Königin Hebung/Senkung/Senkung
Anapäst,‑e xxX Senkung/Senkung/Hebung
Für die Gestaltung einer Verszeile ist jedoch nicht nur der zugrundeliegende Versfuß wichtig, sondern auch andere Gesichtspunkte müssen beachtet werden:
die Zäsur
Die Zäsurist ein Einschnitt im Versinneren, eine deutliche Pause entsteht. Im folgenden Beispiel liegt eine deutliche Zäsur nach der dritten Hebung vor:
Wir sind doch nunmehr ganz, ja mehr denn ganz verheeret.
die Kadenz
Mit Kadenzwird der Schluss einer Verszeile bezeichnet. Endet eine Verszeile mit einer betonten Silbe, so heißt das „männliche Kadenz“,z.B. „Flut“, „Glut“. Endet eine Verszeile mit einer unbetonten Silbe, so heißt das „weibliche Kadenz“, z.B. „Ferne“, „Sterne“.
Um die Untersuchung der Kadenzen für die Interpretation nutzbar zu machen, muss auch der Beginn der nächsten Verszeile analysiert werden; denn es ist wichtig, ob z.B. auf eine männliche Kadenz eine Hebung zu Beginn der nächsten Verszeile folgt, wodurch eine kurze Pause entsteht und im Allgemeinen die Verszeilen stärker voneinander abgesetzt werden.
die Verbindung zwischen den Verszeilen:
Das Übergreifen einer syntaktischen Einheit über das Verszeilenende heißt das Enjambement. Fallen Verszeilenende und Satzende zusammen, sprechen wir von Zeilenstil. Beide Phänomene müssen auf den Inhalt des Gedichts bezogen werden, um zu einer interpretatorischen Aussage zu gelangen.
Die Angabe des Versmaßes/des Metrums:
Um das Versmaß einer Verszeile zu bestimmen, geben wir im Deutschen die Art des zugrunde liegenden Versfußes und die Anzahl der Hebungen an.
Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll.
x X x X x X x X
Ein Fischer saß daran.
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinein
aus: Goethe, „Der Fischer“
Goethe verwendet hier abwechselnd vierhebige und dreihebige Jamben.
Quelle: Zentrale für Unterrichtsmedien