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| Autor: | keksi [ 3. Nov 2007, 17:48 ] |
| Betreff des Beitrags: | ohne titel |
Lege die Wange an die Scheibe und spüre die Kälte, die mich im ersten Moment zurückzucken lässt. Nach einer Weile haben sich die Temperaturunterschiede ausgeglichen. Ich gehe zurück und starre aus dem Fenster auf die trostlosen, grauen Häuserwände. Mein Atem beschlägt die Scheibe und lässt mich die toten Steine wie durch einen Nebelschleier betrachten. Die wenigen Fenster sind zugezogen oder schwarz und leer. Das Leben ist aus ihnen gewichen, bevor es überhaupt kam. Ich berühre das kalte Glas in der Hoffnung, das es nur ein Traum ist. Doch es ist real. Genauso wie die Kälte und und Leere in mir. Niemand da, der die kaputte Heizung dazu bringen kann ein wenig Wärme in diese Trostlosigkeit zu bringen. Es wird dunkel und mein Gesicht spiegelt sich farblos in der Scheibe. Ich wende mich ab, lehne mich gegen die Wand und rutsche am kahlen Weiss der Raufasertapete hinunter. Langsam kommen die Tränen in mir hoch. Ich bin stark, sage ich immer wieder und hoffe gleichzeitig dass ich es dieses eine Mal schaffe mich nicht selbst zu belügen und die Maskerade abzulegen. Will erzählen, das es mir scheisse geht, doch die einzigen Zuhörer sind die Wände und die Dunkelheit, die sich draußen breit macht. Nur einmal den Panzer fallen lassen und mir selbst eingestehen das es nicht mehr weiter geht. Doch ich habe Angst. Angst vor dem was dann passiert. Mir selbst ins Gesicht zu schauen und Rechenschaft zu ziehen. Dafür das ich mich solange geweigert habe. Ich weiss, dass es mit jeder Stunde, jeder Minute, jeder Sekunde schlimmer wird. Doch ich mache immer weiter. Immer weiter ins verderben. Die Hoffnung ist schon längst verlohren.. |
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| Autor: | Anzeige [ 3. Nov 2007, 17:48 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
| Autor: | Thalberg [ 10. Nov 2007, 08:04 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: ohne titel |
Hallo keksi, nun finde ich doch noch die Zeit, deinen Text zu kommentieren. Der Text umreißt eine leicht beklemmende Situation. Das Erzähler- Ich (im Folgenden EI genannt) befindet sich in einem Zimmer. Wobei du als Einstieg einen Logikfehler im Text hast: Zitat: Lege die Wange an die Scheibe und spüre die Kälte, die mich im ersten Moment zurückzucken lässt. Nach einer Weile haben sich die Temperaturunterschiede ausgeglichen. Ich gehe zurück und starre aus dem Fenster auf die trostlosen, grauen Häuserwände. Das EI legt die Wange an die Scheibe, ist also schon beim Fenster. Dann geht es zurück ("Ich gehe zurück und starre aus dem Fenster") und ist wieder beim Fenster? Es ist doch schon beim Fenster...? Zitat: Mein Atem beschlägt die Scheibe Das ist nur Kleinkram, aber als Autor muss man auf die kleinen Logikfehler achten: Der Atem beschlägt nicht die Scheibe (ist ja kein Hufschmied), er läßt sie beschlagen. Also "Mein Atem läßt die Scheibe beschlagen. Das gleiche hier: Zitat: Das Leben ist aus ihnen gewichen, bevor es überhaupt kam. Ich glaube du weißt selbst, wo hier der Fehler ist. Das Leben kann nicht entweichen, bevor es kam. Wenn es nicht da war, hat es nicht entweichen können. Entweder es ist da und entweicht, oder es war einfach nie da. So, insgesamt ist dir der Text aber ganz gut gelungen. Du umschreibst mit einigen guten Bildern die Situation und unterstreichst die Nachdenklichkeit. Z.B. die kaputte Heizung, die Wärme spenden sollte, es aber nicht tut. Oder ich "...lehne mich gegen die Wand und rutsche am kahlen Weiss der Raufasertapete hinunter.". Der "Panzer" ist irgendwie das falsche Wort an der Stelle. Da würde etwas anderes besser passen. Fassade oder Tarnung, sowas in der Art. Noch kleine Rechtschreibkorrekturen: nach einem Doppelvokal (ei, ie, etc...) wird ss immer zu ß. Zum Beispiel "weiß". Das Verderben im vorletzten Satz ist ein Substantiv und muss groß geschrieben werden und "verloren" bitte ohne H. Insgesamt kann man sagen, dass du wirklich ausbaufähig schreibst und ich gespannt bin, was noch von dir kommt. Gruß, Thalberg |
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| Autor: | keksi [ 10. Nov 2007, 19:29 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: ohne titel |
Danke. Mh, verloren ist wirklich das einzige Wort bei dem ich unverbesserlich bin. ^^ Da kann ich noch so aufpassen, am Ende hab ich es doch mal falsch geschrieben. Mir persönlich hat der Panzer auch nicht wirklich gefallen aber zu diesem Zeitpunkt ist mir einfach nichts anderes eingefallen. Ich fand den Teil Zitat: Das Leben ist aus ihnen gewichen, bevor es überhaupt kam. trotz dieser "Inkorrektheit" gut, aber du hast natürlich recht. Genauso muss ich dir auch beim "beschlagen" recht geben. Ganz richtig ist es natürlich nicht.Das EI (wie du so schön abkürzt) geht ja ein Stück zurück. Wenn man die Wange an der Scheibe hat, kann man ja schlecht aus dem Fenster gucken. Also muss es zurück treten um heraus zu starren.
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