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| Autor: | Abaddon [ 4. Nov 2007, 13:11 ] |
| Betreff des Beitrags: | Post Mortem |
Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um ein aus mehreren Teilen bestehendes Drama, die lediglich der Übersicht wegen mit dem klassischen "Akt" und "Szene" überschrieben sind (die Akte sind jeweils in sich abgeschlossen). Akt I soll als Einleitung dienen, um spätere Teile verstehen zu können. Ich bitte darum, keine eigenen Szenen anzufügen und außerdem Kommentare im eigens dafür eingerichteten Faden zu posten. Geschmacklosigkeit, übertriebener Zynismus und Blasphemie können mir gern vorgeworfen werden. Ich werde allerdings darauf definitiv nicht mit Tränen und dem Versprechen reagieren, es nie wieder zu tun. Ansonsten wünsche ich viel Vergnügen. Der Autor Akt I Szene I Die Szene ist in einem großen Büro, weiße Wände, schwarze Möbel, im Hintergrund eine breite Fensterfront mit Blick auf die Skyline einer Großstadt. Eine Vielzahl von verschiedenen Kunstwerken, Wandgemälden, Büsten bunt durcheinander. In einer Ecke mehrere Ledersofas, in der Mitte ein großer Schreibtisch, dahinter ein schwarzer Chefsessel vom Zuschauer abgewandt. Keine Pflanzen, kein Computer, kein Telefon etc. Aus dem Chefsessel ragt eine Hand mit einer Zigarre hervor, lässt Asche in einen Kristallaschenbecher rieseln. (Es klopft an der Tür.) STIMME AUS DEM BÜROSTUHL: Herein! (Tür öffnet sich, Auftritt junge Frau, schwarz gekleidet) FRAU: Darf ich Sie an Ihren Termin erinnern? Der Herr wäre dann da. (Bürostuhl dreht sich, Mann mittleren Alters, blasses Gesicht, schwarz gekleidet, Anzug, fixiert die junge Frau) MANN: Er soll rein kommen. (Frau ab junger Mann auf, ebenfalls blasses Gesicht, schwarz gekleidet, Anzug, aber rotes Hemd) JUNGER MANN: Doktor Mortalitas? (grinst) Find ich gut. Wie laufen denn so die Geschäfte des Herrn Doktor? DOKTOR MORTALITAS/DER TOD: Ich wage zu bezweifeln, dass dich das ernsthaft interessiert Mephisto. MEPHISTO: Stimmt schon. (wirft sich mit Schwung auf ein Ledersofa und streckt die Beine aus) Aber wenn ich mir dein Büro so anschaue, habe ich das Gefühl, ich bin in der falschen Branche DER TOD: Tja mich hat Gott damals schließlich auch nicht aus dem Himmel geworfen. MEPHISTO: (mit einer Handbewegung) Lappalie. DER TOD: (lehnt sich zurück und faltet die Hände) Wenn du dann vielleicht auch mal zur Sache kommen könntest Mephisto! Ich habe in zehn Minuten eine Lawine in Österreich. Mein Terminkalender ist voll und da hab ich echt keine Zeit für Smalltalk. Wo ist eigentlich Luzifer? Ich hatte eigentlich mit ihm gerechnet. MEPHISTO: Der hat einen Termin vor dem Jüngsten Gericht. Du scheinst nicht der Einzige mit einem vollen Terminkalender zu sein. DER TOD: Und das Problem? MEPHISTO: (gespielt überrascht)Welches Problem? DER TOD: Bisher ist noch keiner von euch Typen bei mir aufgekreuzt, ohne dass ihr ein Problem hattet. MEPHISTO: (nach einer Weile) Gut ich geb´s ja zu. Wir haben ein Problem. Wir haben sogar ein großes Problem. (Pause) Die Hölle ist zu klein. DER TOD: (überrascht) Bitte was? MEPHISTO: (genervt) Die Hölle ist zu klein. DER TOD: Schon wieder? MEPHISTO: Was heißt denn hier schon wieder? Das letzte Mal hatten wir das Problem bei den Kreuzzügen. DER TOD: Ich weiß ja, dass mich euer Laden nun wirklich nichts angeht. Ich bringe die Leute um und was danach passiert, kann mir egal sein. Aber ihr müsst es doch einmal hin bekommen, etwas Ordnung in euer Unternehmen zu bringen. Ich schaffe es doch auch. (macht eine Handbewegung, als wolle er sein Büro präsentieren) MEPHISTO: (etwas zerknirscht) Es ist ja nicht so, dass wir nichts dagegen unternommen hätten. Wir haben das Problem bereits vor zwei Jahren erkannt und der Aufsichtsrat hat auch kurz darauf beschlossen, zu expandieren, sprich die Hölle zu erweitern... DER TOD: (unterbricht ihn) Und? MEPHISTO: (gereizt) Hast du schon mal versucht, beim himmlischen Bauamt einen Bauantrag durch zu bekommen? Die haben ein Jahr dafür gebraucht. Aber alles noch nicht der Punkt. Als wir den Antrag endlich durch hatten, haben wir uns nach einem geeigneten Bauplatz umgeschaut. Wir hatten erst das Paradies im Sinn, da das ja leer steht, seit Adam und Eva ausgezogen sind. Der Vertrag war auch schon unter Dach und Fach, aber die Schlange hat uns beschissen und uns eine Sumpflandschaft angedreht. Und jetzt will Luzifer vor dem Jüngsten Gericht erwirken, dass Gott uns den Baugrund erschafft. DER TOD: Und ihr glaubt, dass er das so einfach tut. MEPHISTO: He wir haben einen prima Anwalt. Das ist der Beste, den wir im Fegefeuer finden konnten und wir haben echt eine Menge davon. Der kriegt zwei Jahrtausende Qualen erlassen für seine Dienste. Ich sag dir, der Mann ist hochmotiviert. Dafür hat Luzifer schon gesorgt. Ich hoffe nur, Luzifer lässt nicht wieder so einen Spruch los wie letztes Mal. DER TOD: Letztes Mal? MEPHISTO: Ja der war damals mächtig sauer, dass Gott ihn raus geschmissen hat, ist er übrigens heute immer noch, und hat darum vor Gericht auf seinen Kündigungsschutz gepocht. Das Ganze wäre auch gut gegangen, wenn er nicht mitten im Prozess den vorsitzenden Richter als "Ignoranten" beschimpft hätte. DER TOD: (schaut verstohlen auf seine Uhr) Das ist ja alles ganz gut und schön, aber was habe ich damit zu tun? MEPHISTO: Wir brauchen für den Prozess und den Neubau noch mindestens eine Woche Zeit und die haben wir nicht. Die Hölle platzt aus allen Nähten. DER TOD: (gespielt freundlich) Ah ich glaube, es beginnt langsam, interessant zu werden. (drückt auf einen Knopf an seinem Schreibtisch, junge Frau vom Anfang erscheint nach einer Weile) Verlegen Sie bitte die Lawine in Österreich auf morgen früh 10:00 Uhr! FRAU: Aber dann gibt es dort nicht mehr genug Schnee. DER TOD: (genervt) Das ist mir doch egal. Dann machen wir eben einen Erdrutsch. Seien Sie doch mal kreativ! FRAU: (nickt, ab) DER TOD: (freundlich) Das Ganze klingt nach einem Geschäft. Kann ich dir was anbieten Mephisto? MEPHISTO: Was ist das? (deutet auf eine Kristallschale auf dem Schreibtisch) DER TOD: Zyankalikapseln. Bedien dich ruhig! MEPHISTO: (steht auf, greift sich die Schale, legt sich wieder auf die Couch, stopft sich ein halbes Dutzend Kapseln in den Mund, grinsend) Die sind wirklich von einer sehr guten Qualität. Wo hast du die her? Die gibt es doch heutzutage nicht mal mehr im Spezialitätengeschäft. DER TOD: Die hab ich Anno 1945 irgend so einem Typen praktisch auf dem Sterbebett abgekauft. MEPHISTO: So ein Wahnsinniger mit so einem komischen Bart und einer eigenartigen Art, sich zu artikulieren? DER TOD: Genau der. MEPHISTO: (schmatzend) Kenn ich, kenn ich. DER TOD: (ärgerlich) He friss mir nicht alles weg! Die Dinger sind echt schwer zu bekommen! MEPHISTO: (mit einer Handbewegung) Ach reg dich nicht auf. DER TOD: (etwas gereizt) Also wie sieht nun das Geschäft aus? MEPHISTO: Von Geschäft war nie die Rede. Wir bitten dich lediglich um einen Gefallen. DER TOD: Glaubst du etwa, dass ich dafür keine Gegenleistung verlange? Aber lass mal hören. MEPHISTO: (tief durchatmend, kurze Pause) Wir wollen, dass du eine Woche lang niemanden umbringst. DER TOD: (vor Überraschung fast vom Stuhl kippend, keuschend, entsetzt) Ihr seid ja völlig wahnsinnig! Wie soll ich das denn anstellen? Schau doch mal um! (fuchtelt mit den Armen, deutet auf Aktenordner in diversen Wandregalen) Das sind allein die Aufträge für diese Woche! Die kann ich doch nicht so einfach verstauben lassen! MEPHISTO: (ruhig) Du kannst doch einfach mal kurz die Lebenserwartung erhöhen. DER TOD: (ihn nachäffend) Du kannst doch einfach mal kurz die Lebenserwartung erhöhen. Na sicher kann ich das. Als ich das das letzte Mal getan habe, du weißt schon damals mit dem Penicilin, da hat mir Gott daraufhin dermaßen die Hölle heiß gemacht. Und das nur, weil ich ein solcher Teufelsfreund bin, dass ich euch damals geholfen habe. Ne ne mein Lieber so läuft das nicht noch mal. Und außerdem wie sollte ich das denn bitte schön tun. Soll ich für einen Durchbruch in der Genforschung sorgen. Weißt du, früher war das einfach. Da musst man nur mal kurz einem Wissenschaftler ein paar bakterientötende Pilze unterjubeln und schon war die Sache geritzt, aber heutzutage. MEPHISTO: Ein paar Leichen von den Toten erwecken? DER TOD: Wie stellst du dir denn das vor? MEPHISTO: Na bei Lazarus hat es doch auch geklappt. DER TOD: Das war etwas anderes. Jesus hat mich damals erpresst, damit ich das tue, dieser gemeine Hund. MEPHISTO: (unschuldig) Womit? DER TOD: (grinst) Ja das wüsstest du wohl gern. MEPHISTO: Ich kann ihn ja fragen. DER TOD: Vergiss es! Die Sache ist längst aus der Welt geräumt. Ich hab mich damals bei seinem Vater über ihn beschwert. Ich lass mir doch von so einem Grünschnabel nicht sagen, was ich zu tun habe und wenn sein Vater tausendmal Gott wäre! MEPHISTO: Ich kann mich irren, aber du hast es, glaub ich, doch getan. (grinst DER TOD: Der Alte wollte es so. Positive Publicity und so´n Zeug. Aber wenn du unbedingt ein paar Leichen weniger haben willst, kannst du ja Dracula fragen, ob er ein paar wegbeißt. MEPHISTO: Hast du ihn in letzter Zeit mal gesehen? Ich war gestern zum Pokerabend bei ihm. Bei dem ist echt völlig die Luft raus. Er wird jetzt von Interpol als Massenmörder gesucht und hat sich in seiner Burg verbarrikadiert. Traurig, zu sehen, wie jemand so abstürzen kann. Besonders als Fledermaus. DER TOD: Dann kann ich dir wirklich nicht helfen. MEPHISTO: (aggressiv, laut schreiend) Weißt du eigentlich, warum die Hölle so voll ist? Das liegt an deinen Arbeitsmethoden! Nur noch Krieg und Terrorismus und was weiß ich nicht alles! Zum Beispiel diese Flut in Südostasien vor ein paar Jahren. Das waren größtenteils entweder Moslems, Hindus oder Thailandtouristen. Du verstehst? (macht mit den Händen eine obszöne Geste) Die kommen alle bei uns an. Dreihunderttausend mehr an einem Tag. Wir sind heute noch dabei, die Anmeldeanträge zu bearbeiten. Und diese ganzen verfluchten Soldaten, Terroristen und Selbstmörder, nur weil du zu faul bist! DER TOD; He lass die Selbstmörder in Ruhe! Das ist das Beste, was jemandem wie mir passieren kann. Ich muss nichts machen, die schießen sich selbst in den Kopf oder springen von einem Hochhausdach. Ich muss sie noch nicht einmal von der Straße abkratzen, denn das macht ja alles ihr. Das Einzige, was ich tun muss, ist, einen Namen in einer Liste durchzustreichen. MEPHISTO: Es ist eigentlich deine Aufgabe, sie von ihrem Vorhaben abzuhalten. DER TOD: Ich bin doch nicht bescheuert. Die Typen sind geradezu perfekt. MEPHISTO: (jammernd) Ach wenn es nur die wären. Dazu kommen ja auch noch die angesprochenen Soldaten und Terroristen. DER TOD: Das ist nun einmal unsere Zeit. MEPHISTO: Quatsch! Dafür bist du doch verantwortlich! DER TOD: (gespielte Geste der Überraschung) Ich? MEPHISTO: Ja natürlich. Was musst du den Islamisten auch erzählen, sie würde nach dem Tod ein Paradies mit was weiß ich wie vielen Jungfrauen erwarten. Die sind dann immer tierisch angepisst. DER TOD: (überrascht) Ja ist das denn nicht so? MEPHISTO: (entsetzt) Was? Natürlich nicht! DER TOD: Nun gut dann eben nicht. Aber weißt du, das ist genau euer Problem Mephisto. Ihr müsst die Hölle besser verkaufen. Macht doch mal eine Kampagne mit irgendwelchen Slogans, damit die Leute wieder sündenfreier leben. MEPHISTO: Das haben wir doch im Mittelalter versucht. Es war ein Debakel. DER TOD: Also du willst jetzt nicht ernsthaft die Inquisition als Marketingkampagne bezeichnen. MEPHISTO: Das ist doch gar nicht der Punkt. Du lenkst ständig vom Thema ab. Die Hölle ist zu voll und du bist daran nicht ganz unschuldig. Ich werfe dir ja nicht vor, dass die ganzen Anwälte, Politiker, Werbefachleute und Fußballschiedsrichter bei uns landen. Da kannst du ja nun wirklich nichts für. Aber diese ganzen Kriege wären ja nun wirklich zu vermeiden. DER TOD: Weißt du eigentlich, was ich für ein Arbeitspensum habe? Ohne die ganzen Selbstmörder, Soldaten, Terroristen, die sich alle selbst oder gegenseitig umbringen, wäre das alles gar nicht zu schaffen. Früher, ja früher war das alles besser. (setzt einen verträumten Blick auf) Da konnte man sich noch kreativ ausleben bei ungefähr einer halben Milliarde Menschen auf der Welt. Da konnte man sich noch so abwechslungsreiche Sachen wie vom Blitz getroffen, vom Baum erschlagen, vom Kriegselefanten zerlatscht oder auch ans Kreuz genagelt leisten. Aber heutzutage. Ich kann fast gar nicht mehr kreativ sein. Der Job ist zu einer regelrechten Fließbandarbeit verkommen. Und wenn man dann schon mal sich was Kreatives ausdenkt wie beispielsweise wegen Blödheit an einer Brezel erstickt, dann haut das noch nicht mal mehr hin. Der einzige Vorteil, den dieser Job noch bietet, ist der sichere Arbeitsplatz und die ganzen Selbstmörder, Soldaten und Terroristen, die mich keine Arbeit kosten. MEPHISTO: Ich versteh dich ja, wirklich. Ich möchte den Job auch nicht unbedingt machen... DER TOD: (unterbricht ihn) Och naja, man lernt immerhin lauter neue Leute kennen. MEPHISTO: ...aber müssen denn solche Sachen wie zum Beispiel die Flut sein? DER TOD: Ach wärm doch nicht immer diese ollen Kamellen auf. Ich war im Rückstand. Das passiert nun mal. Am Tag zuvor war ich noch kurz bei Jesus auf der Geburtstagsfete und da hab ich mich so zugesoffen, dass ich erst einmal eine Weile brauchte, um meinen Kater zu kurieren. Also so mies der Kerl auch ist, aber er macht hervorragenden Wein. Na jedenfalls brauchte ich schnell dreihunderttausend Tote und wo sollte ich die so schnell hernehmen? MEPHISTO: Du hättest doch auch den Vatikan fluten können. Dann wären die ganzen Leute nicht bei uns gelandet. (überlegt kurz) Hm naja wobei. Eigentlich schon. DER TOD: Nein das hätte mir Gott nie verziehen. Ich hätte auch ein Atomkraftwerk explodieren lassen können, aber das war schon das letzte Mal nicht so prickelnd und zieht sich auch ewig hin. MEPHISTO: Na zum Glück. Das wäre wahrscheinlich genauso aus dem Ruder gelaufen wie damals die Pestwelle. DER TOD: Erinner mich bitte nicht daran. Das war ein Debakel. Ich wäre fast gefeuert worden- MEPHISTO: Ach Quatsch. Wer hätte den Job denn sonst machen sollen? DER TOD: Also Gabriel stand schon in den Startlöchern. MEPHISTO: Der Arsch? Na super. (Pause) Also wie ich das jetzt verstanden habe, kannst du uns nicht helfen. DER TOD: Könnt ihr euch nicht selber helfen? Gott schafft es doch auch. MEPHISTO: (winkt ab) Ach der. Der hat ja auch nicht das Problem. Der Himmel ist so gut wie leer. Die Mietpreise für Wolken sind dort oben derart im Keller, dass ich schon darüber nachgedacht habe, mir eine Eigentumswohnung auf Wolke Sieben zu kaufen. DER TOD: (überrascht) Warum denn das? Bisher hat es dir doch in der Hölle immer ganz gut gefallen. MEPHISTO: Ja bisher. Aber durch die Massen, die bei uns durchs Fegefeuer marschieren, herrscht dort unten eine derartige Hitze. Das hält der stärkste Teufel nicht aus. Selbst mit Klimaanlage ist es in meinem Büro heißer als in einer Sauna. Gut die finnischen Kollegen fühlen sich wohl. Was glaubst du denn, wie die globale Erderwärmung entsteht? DER TOD: Hm jetzt wo du es sagst. MEPHISTO: Und weißt du, was Luzifer gemacht hat? Der hat erstmal ein Jahr Sonderurlaub genommen und ist nach Thailand gefahren. Du verstehst? (wieder eine obszöne Geste) DER TOD: Steht der denn auf Thailänderinnen? MEPHISTO: Der steht doch auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. (beide lachen) Die Inquisition hat ihm doch damals sämtliche Hexen gekillt, mit denen er sonst... naja... verkehrte. DER TOD: Ach haben die das? Ich dachte immer, die haben ständig daneben gegriffen. MEPHISTO: Naja manchmal haben die auch eine Echte erwischt. Und da die meisten von den Inquisitoren ebenfalls bei uns gelandet sind, kannst du dir ungefähr vorstellen, wie Luzifer seine Wut kompensiert hat. (beide lachen) Aber ich sag dir, mein Job ist wirklich auch nicht mehr das Wahre. Letztens hat uns mal wieder einer verklagt. DER TOD: Wie kann man die Hölle verklagen? MEPHISTO: Naja auf seiner Pumpgun hat nicht drauf gestanden: "Achtung! Wenn Sie mit dieser Waffe einen Menschen töten, kommen Sie in die Hölle." Er hat damit seinen Chef und noch einige Andere gekillt. Die Leute werden immer bekloppter. DER TOD: (nickt zustimmend) Mir hat letztens so ein Junkie gesagt, ich solle mich gefälligst verziehen, ihm wäre noch nicht nach sterben. MEPHISTO: Und? DER TOD: Ich war mal wieder kreativ. Ich hab ihn nicht entspannt an einer Überdosis sterben lassen, sondern ließ ihn von einem Rottweiler zerfleischen. Das sind so Momente, in denen ich diesen Job echt liebe. MEPHISTO: (steht auf) Also wenn du uns nicht helfen kannst, will ich dich dann auch nicht länger stören. DER TOD: Warte mal Mephisto! (Mephisto bleibt stehen) Vielleicht kann ich eine Woche lang die meisten meiner Kunden verschonen. Es gibt eh noch genug, die einen Pakt mit mir haben. Da kann ich mich auf die berufen. Außerdem gibt es aktuell wieder irgendwelche komischen Friedensbemühungen. Hm naja. Die Frage ist nur, was für mich dabei raus springt. MEPHISTO: Was willst du denn haben? DER TOD: Eine Beteiligung an der Hölle von zehn Prozent und einen Sitz in eurem Aufsichtsrat. MEPHISTO: (krault sein Kinn) Also ich hätte da persönlich nichts dagegen. Es ist nur die Frage, ob ich den Aufsichtsrat geschweige denn Luzifer davon überzeugen kann. DER TOD: Wieso? Bin Laden und Bush haben doch auch Anteile. MEPHISTO: Ja aber die sind auch persönliche Freunde von Luzifer. Na ich werde sehen, was sich machen lässt. DER TOD: Tu das. Kommst du eigentlich am Samstag zum Poker? MEPHISTO: Ich wollte eigentlich mit Goethe und Faust auf den Golfplatz. DER TOD: Ich habe Salzsäure da. Ein Spitzenjahrgang sage ich dir. MEPHISTO: (grinst) Manchmal frage ich mich, wo du das Zeug immer her bekommst. Ich überleg es mir. (die Beiden schütteln sich zum Abschied die Hände, Mephisto ab, der Tod setzt sich wieder in seinen Stuhl und dreht sich vom Zuschauer weg, junge Frau auf) DER TOD: Habe ich heute noch irgendwelche Termine? FRAU: Einen Flugzeugabsturz in zwanzig Minuten. DER TOD: Langweilig. |
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| Autor: | Anzeige [ 4. Nov 2007, 13:11 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
| Autor: | Abaddon [ 4. Nov 2007, 13:12 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Post Mortem |
Akt II Szene I Nacht. Die Szene ist auf einem kleinen Bahnhof, in dem ein Zug steht. Mehrere Wagentüren sind geöffnet. Menschen laufen aufgeregt hin und her oder stehen ruhig auf dem Bahnsteig. Neben der Lok steht der Tod. Mephisto taucht an seiner Seite auf DER TOD: Du wirkst etwas genervt. MEPHISTO: (gereizt) Das bin ich auch. Ich wollte gerade einen Papst in siedendes Öl tunken. Darauf hab ich mich schon die ganze Woche gefreut und jetzt macht das mein Praktikant und ich weiß nicht einmal, ob er das richtig macht. DER TOD: Seit wann habt ihr Praktikanten? MEPHISTO: Order von Luzifer. Zu viele Sünder, Hölle expandiert, Personalmangel, etwas für die Jugend tun, mit gutem Beispiel vorangehen... Naja du kennst das ja. Demnächst krieg ich auch noch einen Zivi. DER TOD: Hm eigentlich sollte ich auch mal darüber nachdenken. Bewerber gibt es ja genug, solche schwarz gekleideten, blassen Typen: Eh du bist doch der Tod. Is ja krass. Kann ich bei dir mitmachen? MEPHISTO: (desinteressiert) Und? DER TOD: (seufzt) Naja es sind ja schließlich alles meine Kunden. Die Begeisterung ist dann leider ziemlich schnell weg. Aber willst du denn nicht wissen, warum ich dich gestört habe? MEPHISTO: Ist mir eigentlich egal. Entweder der Papst ist eh schon kross oder ich kann es morgen machen. Aber gut, was ist denn los? DER TOD: Schau dir diese Sauerei mal an. (deutet auf ein paar blutige Fetzen an der Lok) MEPHISTO: Interessant. Was ist das? DER TOD: Eine Kraftprobe: Mensch gegen tonnenschwere E-Lok. Rate mal, wer gewonnen hat. MEPHISTO: Naja also die Lok sieht durch den Aufprall schon ziemlich scheiße aus. DER TOD: Nicht so scheiße wie der Typ. MEPHISTO: Meinst du das Gulasch hier? DER TOD: Ne der liegt irgendwo da hinten. (deutet auf eine Gruppe von Polizisten und Feuerwehrleuten) MEPHISTO: Hm nun gut. Ich finde es ja echt hübsch. Wirklich. Und ich will dir auch nicht zu nahe treten, aber hättest du mir dein Meisterwerk nicht auch morgen zeigen können? DER TOD: Nein. So einfach ist die Sache nicht. Wenn Gott davon Wind kriegt, (Pause) dann hab ich ein arges Problem. MEPHISTO: Wieso? Fährt er seit Neuem mit der Bahn? DER TOD: Das war Gottes Sohn. MEPHISTO: Gottes Sohn fährt mit der Bahn? DER TOD: (schreit) Nein! Das hier war Gottes Sohn! Der Typ! Der Selbstmörder! Das Gulasch! MEPHISTO: Echt? (begutachtet die blutigen Fetzen) Sieht gar nicht so aus. DER TOD: Mensch Mephisto! Sei doch mal ernst! Mir geht der Arsch echt auf Grundeis! MEPHISTO: Ach reg dich ab! Gottes Sohn ? so ein Quark. Wieso sollte Jesus vor eine Lok springen? DER TOD: Doch nicht Jesus. Der Neue. MEPHISTO: (auf einmal hellwach) Welcher Neue? DER TOD: Horst! MEPHISTO: (total perplex) Horst? Welcher Horst? Ich kenne keinen Horst. Wieso kenne ich keinen Horst? (packt den Tod am Kragen) Wieso hat mir keiner etwas von einem Horst erzählt? DER TOD: (macht sich los) He ich bin hier der mit dem Problem! MEPHISTO: Ja aber wieso erfahre ich erst von einem Horst, wenn er von einem Zug geschnetzelt wurde? DER TOD: Naja Luzifer hat damals versucht, Jesus zu bekehren. Vielleicht wollte Gott das diesmal vermeiden. MEPHISTO: Bekehren? So ein Quatsch! Die sind zusammen durch sämtliche Kneipen Jerusalems gezogen und haben den Nutten hinterher gepfiffen. Wenn Gott es nicht hinbekommt, sein Balg richtig zu erziehen, können wir doch nix dafür. DER TOD: Naja wie auch immer. Jedenfalls solltet ihr diesmal nix erfahren. MEPHISTO: (schmollend) Na super! Und du hast dich natürlich daran gehalten! Wegen mir kannst du Horst alleine von den Schienen kratzen! (will gehen) DER TOD: (hält ihn zurück) Du kannst mich doch jetzt nicht hängen lassen! Wenn Gott das mitkriegt, bin ich geliefert! MEPHISTO: Das hat der garantiert schon längst mitgekriegt. DER TOD: (freudig) Nein nein. Heute ist Freitag. Aber er telefoniert jedes Wochenende mit seinem Sohn, wie Eltern das halt so machen. Eine Nacht hab ich also Zeit. MEPHISTO: Und was willst du machen? Der Typ ist kein Lazarus. Der sieht doch bestimmt aus wie ein Bild von Picasso. DER TOD: Habt ihr nicht irgendwie einen Schönheitschirurgen oder sowas bei euch unten? (überlegt kurz) Vielleicht reicht ja auch ein begabter Heimwerker. MEPHISTO: Die Branche ist ja noch nicht so alt. Da sind wir nicht gerade gut besetzt. DER TOD: (flehend) Bitte Mephisto. Ich mach alles, was du willst. Ich bin erledigt, wenn du mir nicht hilfst. MEPHISTO: (überlegt) Alles, was ich will? DER TOD: (tritt nervös von einem Bein aufs andere) Ja ja alles. Können wir später darüber reden? Ich stehe etwas unter Druck. MEPHISTO: Gemach gemach. (eine schwarze Gestalt tritt auf einmal aus dem Schatten auf die Beiden zu) MEPHISTO: (zu der Gestalt) Bring mir mal schnell einen Schönheitschirurgen. Ich glaube in Stolz und Vorurteil liegen noch ein paar rum. GESTALT: (nickt, ab) DER TOD: Wer war denn das? MEPHISTO: Mein Praktikant. DER TOD: Und jetzt? MEPHISTO: (ruhig)Jetzt warten wir ein paar Minuten. DER TOD: (unruhig) Und was ist, wenn er die Stelle nicht findet? MEPHISTO: Reg dich ab. Der war früher bei den Pfadfindern. Eigentlich ganz nett der Kerl. Spricht halt nicht viel. Ehemaliger Pantomime. Die sind ja schon von Grund auf böse. (Gestalt auf, neben ihr ein Mann im weißen Arztkittel) MEPHISTO: Ah das ist er ja schon wieder. (Gestalt ab) SCHÖNHEITSCHIRURG: (irritiert) Was soll das? Wo bin ich hier? MEPHISTO: (gespielt fröhlich) Herzlichen Glückwunsch. Sie sind soeben dem Fegefeuer entkommen. Mein Name ist Mephisto und der verzweifelte Mann da neben mir ist der Tod. CHIRURG: (hat sich wieder gefangen, zum Tod) Ach Sie sind das? (wütend) Sagen Sie mal, was sollte das denn damals? Warum musste ich mit gerade 53 an einem Autounfall sterben? DER TOD: (überrascht) Was weiß denn ich. Vielleicht waren Sie zu schnell oder betrunken. CHIRURG: (zu Mephisto) Und warum bin ich in die Hölle gekommen? MEPHISTO: Keine Ahnung. Hatten sie Sex mit Patientinnen? CHIRURG: (überlegt) Ein Mal. MEPHISTO: Kann schon reichen. CHIRURG: (irritiert) Äh und was mach ich hier? DER TOD: (betont ernst) Sie sollen uns helfen, den Sohn Gottes wieder zusammenzuflicken. CHIRURG: Den Sohn Gottes? Klar. Wollen Sie mich verschaukeln? DER TOD: Sie sind in der Hölle und glauben nicht an den Sohn Gottes? CHIRURG: Nein ich glaub nicht, dass ich ihn zusammenflicken soll, muss, kann. MEPHISTO: (zum Tod) Siehst du? Ich habs dir doch gesagt. DER TOD: (gereizt) Es ist mir scheißegal, was Sie glauben oder nicht glauben. Tatsache ist, dass dort hinten der Sohn Gottes liegt und aussieht, als wäre er von einem Zug überrollt worden. MEPHISTO: Ist er ja auch. CHIRURG: Das ist aber ziemlich widerlich. MEPHISTO: Sehen Sie es als Herausforderung. CHIRURG: Ob sich das in meiner Vitae gut macht? MEPHISTO: Bestimmt. Nur haben Sie keine mehr. DER TOD: (genervt) Sind die Herren fertig? Schön. Können wir dann endlich anfangen? (Mephisto und der Chirurg schauen sich an) CHIRURG: Moment moment. Was hab ich denn davon? DER TOD: (schaut Mephisto bittend an) MEPHISTO: (verdreht die Augen) Na gut, na gut. Sie kriegen die halbe Ewigkeit erlassen. CHIRURG: Na das ist doch ein Deal. (schüttelt Mephisto die Hand und marschiert dann los in Richtung Polizisten und Feuerwehrleuten, der Tod und Mephisto hinterher) DER TOD: (flüsternd zu Mephisto) Die halbe Ewigkeit? MEPHISTO: (flüstert) Pst. Das rafft der nie. (die Drei erreichen die Leiche) CHIRURG: (laut) Lassen Sie mich durch! Ich bin Arzt! MEPHISTO: Ich bin sein Assistent! DER TOD: Ich bin der Tod! (Stille, alle schauen ihn entgeistert an) DER TOD: (unsicher) Also metaphorisch. Spitzname halt. (lacht gekünstelt) EIN POLIZIST: Hier können Sie sowieso nichts mehr machen Doc. Der Kerl ist nur noch Brei. CHIRURG: Keine Zweifel an meinen Fähigkeiten bitte. Da hab ich schon ganz andere Fälle gesehen. Haben Sie schon mal ein Facelifting bei einer 70jährigen gemacht? Dagegen ist das hier doch ein Kinderspiel. (betrachtet zum ersten Mal die Leiche, entsetzt) Ach du Schande! Der Kerl ist ja nur noch Brei! POLIZIST: Der Leichenwagen ist schon bestellt. CHIRURG: Leichenwagen? Nix da! Der Mann muss so schnell wie möglich ins Krankenhaus. POLIZIST: (bestimmt) Aber er ist tot! CHIRURG: Solche Entscheidungen überlassen Sie mal besser dem Profi. Er hat kein Körperteil mehr, an dem man einen Puls fühlen könnte. Das heißt, wir wissen nicht, ob er noch einen Puls hat. (alle schauen ihn fragend an, der Tod schlägt sich mit der Hand gegen die Stirn) CHIRURG: Was ist? Krankenwagen! Schnell! Und sammelt seine Einzelteile ein! Hopp hopp! |
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| Autor: | Abaddon [ 4. Nov 2007, 13:13 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Post Mortem |
Akt II Szene II Die Szene ist in einer Pathologie. Der Tod und der Schönheitschirurg werkeln an der Leiche von Horst. Mephisto inspiziert im Hintergrund die Kühlkammern MEPHISTO: Hier muss doch irgendwo ein Arm rumliegen. (öffnet eine Kammer und zieht eine Leiche heraus, ruft) He hier ist einer mit zwei Armen! DER TOD: (inspiziert die Leiche) Nein die Arme sind viel zu lang. MEPHISTO: Wenn du deinen Arsch retten willst, musst du auch mal etwas flexibel sein. DER TOD: Du willst doch wohl nicht, dass Gottes Sohn mit zwei unterschiedlichen Armen rumläuft. MEPHISTO: Besser als nur mit einem Arm. Davon mal ganz abgesehen, der Typ sieht doch sowieso extrem scheiße aus. Man könnte fast sagen: Ganz der Vater. DER TOD: Du würdest auch scheiße aussehen, wenn ein Zug über dich drüber gerollt wäre. MEPHISTO: He ich bin der Teufel. Nicht ich würde scheiße aussehen sondern der Zug. CHIRURG: Kann mir hier mal jemand mit dem Blinddarm helfen? Der will nicht drin bleiben. DER TOD: Braucht er den? CHIRURG: Naja eigentlich nicht. DER TOD: Dann lassen wir ihn draußen. Das spart Platz. (der Chirurg wirft den blutigen Blinddarm in eine Ecke) DER TOD: Das wird sowieso noch ein Problem, die ganzen Innereien da reinzufalten. MEPHISTO: (aus dem Hintergrund) Was denn? Reinstopfen und draufsetzen. Wie bei einem Koffer. DER TOD: (belehrend) Das ist aber kein Koffer. CHIRURG: Könnte aber funktionieren. DER TOD: Naja zum Glück ist wenigstens der Kopf halbwegs heil geblieben. Das Gehirn hätten wir wohl kaum flicken können. MEPHISTO: Hätten wir halt das Hirn von irgendeinem Kreationisten genommen. Das wäre bestimmt niemandem aufgefallen. Die halten sich doch alle für den neuen Messias. Kann mir mal einer eine Säge rüberwerfen? CHIRURG: Hab beide Hände voll. Der Magen wehrt sich. DER TOD: Ich bin beschäftigt. Ich hab grad den Kopf verloren. MEPHISTO: (genervt) Ok ok ich hol sie mir selber. (greift sich eine Säge) Hättest du den Wachmann nicht gekillt, hätten wir jetzt einen Assistenten. DER TOD: Nein! Dann wären wir gar nicht erst hier rein gekommen. MEPHISTO: Du musst endlich lernen, deine Probleme anders zu lösen. DER TOD: Kann dir doch egal sein. MEPHISTO: Kann es nicht. Der landet nämlich auch wieder bei uns. DER TOD: Der Wachmann? Wieso? Hat er über Gott gelästert? MEPHISTO: Er hat Leichen gefickt. DER TOD: (verzieht das Gesicht) Is ja widerlich. CHIRURG: (stößt einen erschreckten Schrei aus) DER TOD und MEPHISTO: Was ist los? CHIRURG: (wischt sich das Gesicht ab) Nix. Mir ist nur gerade die Lunge ins Gesicht gesprungen. DER TOD: Warum konnte der Kerl nicht einfach eine Überdosis Schlaftabletten nehmen? MEPHISTO: (im Hintergrund sägend) Das frage ich dich. DER TOD: (zu sich selbst) Wenn doch nur die Lokführer gestreikt hätten. MEPHISTO: (hält triumphierend einen blutenden Arm hoch) Tada! CHIRURG: (betrachtet den Arm) Das ist ein linker Arm. MEPHISTO: Ja und? CHIRURG: Wir brauchen einen rechten Arm. MEPHISTO: Echt jetzt? (betrachtet die Leiche von Horst) Können wir das nicht einfach ignorieren? CHIRURG: Dann hat er zwei linke Hände. MEPHISTO: Hatte Jesus auch. DER TOD: Aber nur metaphorisch. MEPHISTO: (seufzt) Ok ok. Dann halt einen rechten Arm. (fängt wieder an zu sägen) CHIRURG: Hat einer das linke Bein gesehen? DER TOD: Ich hatte es, glaub ich, vor kurzem noch in der Hand. CHIRURG: (wühlt in ein paar Plastiktüten) Herz, Milz, rechter Fuß, ah hier ist das zweite Ohr. Nein kein Bein zu finden. DER TOD: Mephisto! MEPHISTO: (aus dem Hintergrund) Ja ja schon verstanden, ich schau mal, ob ich was finde. CHIRURG: Äh Leute. Ich glaube, wir haben ein Problem. (Mephisto und der Tod kommen zu ihm, alle Drei begutachten die Leiche von Horst) DER TOD: Was denn? CHIRURG: Fällt euch nichts auf? MEPHISTO: Abgesehen davon, dass er aussieht wie ein plattgefahrenes Frettchen? CHIRURG: Er hat keinen Penis mehr. (alle Drei schauen an Horsts Leiche herab) MEPHISTO: Sicher, dass er vorher einen hatte? (der Tod und der Chirurg schauen ihn fragend an) MEPHISTO: Was? Er ist Gottes Sohn. Jesus hatte auch keinen. CHIRURG: Ich glaube, der hier hatte einen. DER TOD: (zu Mephisto) Meinst du, dass das auffällt? MEPHISTO: Spätestens, wenn er beim Pinkeln ins Leere greift. DER TOD: Naja wenn wir schon einen Arm und ein Bein nehmen müssen, dann können wir den Toten da hinten auch einen Penis abschneiden. CHIRURG: Ich weiß aber nicht, ob der dann voll funktionsfähig ist. (macht eine obszöne Geste) DER TOD: Muss er nicht. Wie Mephisto schon gesagt hat, er ist Gottes Sohn. MEPHISTO: Das Problem ist nur, dass die eine Leiche laut Akte an Hodenkrebs gestorben ist, die Zweite sich bei einem Unfall die Kronjuwelen abrasiert hat und daran verblutet ist und... DER TOD: (unterbricht ihn seufzend) Warum muss es noch ein Und geben? MEPHISTO: ...und die dritte Leiche hat einen Schwanz von der Größe eines Fingerhuts. Da können wir es auch gleich lassen. (alle Drei schauen nachdenklich drein) MEPHISTO: Haben wir nicht noch den Wachmann? DER TOD: Ja. MEPHISTO: Gut, bin gleich zurück. (ab) CHIRURG: Irgendwie zweifle ich langsam daran, dass wir das schaffen können. MEPHISTO: (ruft hinter der Bühne) Igitt! So eine Sauerei! Das krieg ich doch nie mehr raus! DER TOD: Wir müssen es einfach schaffen. Mein Job hängt davon ab und ich hab doch nichts Anderes gelernt. CHIRURG: Aber den kriegen wir doch nie wieder zum Funktionieren. DER TOD: Naja Hauptsache, er sieht wieder menschlich aus. MEPHISTO: (auf, blutverschmiert, eine Plastiktüte in der Hand) So hier hast du deinen Schwanz. Ich hab was gut bei dir. (wirft dem Tod die Tüte hin, geht in den Hintergrund und wischt immer wieder über seine Kleidung) So eine Scheiße! Verdammt nochmal! CHIRURG: (wühlt in der Tüte) Äh Mephisto? MEPHISTO: (neben einem Wasserhahn) Was denn jetzt noch? CHIRURG: Der Leichenficker hatte eine Geschlechtskrankheit. MEPHISTO: Und? Ist doch nicht mein Problem. Bin ich eine Leiche? DER TOD: Willst du, dass dem Sohn Gottes der Schwanz juckt? MEPHISTO: (genervt) Willst du, dass der Sohn Gottes keinen Schwanz hat? DER TOD: (überlegt) Ich könnte nochmal vor die Tür gehen und schauen, ob ich jemanden finde... CHIRURG: (unterbricht ihn schnell) Nein nein. Wir nähen das Ding an. Das funktioniert schon. DER TOD: (ruft) Mephisto wir brauchen noch den Arm und das Bein. MEPHISTO: (gereizt) Nerv mich nicht! Meine Klamotten gehen vor! Ich bin doch nicht Ebay! CHIRURG: Ich komme mir irgendwie vor wie Frankenstein. (träumerisch) Vielleicht schreibt ja auch mal jemand ein Buch über mich. MEPHISTO: (aus dem Hintergrund) Welches Bein und welcher Arm nochmal? CHIRURG: (laut) Linkes Bein und rechter Arm bitte. MEPHISTO: Schauen wir mal. Geht auch ein rechtes Bein? CHIRURG und DER TOD: Nein! MEPHISTO: Ist ja gut. DER TOD: (zum Chirurgen) Wie lange werden wir noch brauchen? CHIRURG: Das kommt darauf an. Willst du, dass er gut aussieht oder soll er nur funktionieren? MEPHISTO: (aus dem Hintergrund) Funktionieren! Wenn er scheiße aussieht, spart das der Hölle eine Menge Arbeit. DER TOD: (laut zu Mephisto) Halt die Klappe Mephisto! (zum Chirurgen) Flick ihn einfach vor morgen früh wieder zusammen. Wie, ist mir egal. MEPHISTO: (kommt mit einem blutenden Arm und einem blutenden Bein angelaufen und wirft beides auf den Tisch) So. Ich hoffe, das reicht jetzt. CHIRURG: (betrachtet interessiert die beiden Gliedmaßen) Hm naja. Nicht gerade formschön, aber es wird schon irgendwie gehen. Ich glaube, jetzt haben wir alles. DER TOD: Hast du nochmal nachgezählt? Nicht dass uns noch irgendwo ein Auge oder so fehlt. CHIRURG: Ne alles da. Gebt mir etwas Zeit und ich baue euch aus den Einzelteilen was Hübsches. MEPHISTO: Hat einer eine Zigarette für mich? Nein? Ist doch scheiße hier. DER TOD: Zigaretten können tödlich sein. MEPHISTO: War ja klar, dass ausgerechnet du das sagst. Lass mich raten, die Idee kam von dir. DER TOD: (träumerisch) Ja. Und sie ist so unglaublich erfolgreich. (es klopft) CHIRURG und DER TOD: (erschrocken) Was war das? MEPHISTO: Nur die Ruhe. Ich hab uns vorhin ein paar Pizzen bestellt. DER TOD: (entsetzt) Du hast was? MEPHISTO: Ja glaubst du etwa, ich steh hier einfach so rum, während die da unten (er deutet auf den Fußboden) ein Barbecue veranstalten? (öffnet die Tür, ein Pizzabote offensichtlich italienischer Herkunft steht davor und grinst) PIZZABOTE: Ah buonanotte. Mi chiamo Alfredo. Pizza? MEPHISTO: Ja ja prima. Kommen Sie rein. CHIRURG und DER TOD: (im Hintergrund, laut) Nein! MEPHISTO: Ok dann nicht. Bleiben Sie draußen. PIZZABOTE: Non capisco. (grinst) MEPHISTO: Geben Sie einfach her. PIZZABOTE: Ah si si. Tre Pizza Diavolo. (drückt ihm drei Kartons in die Hand) Prego. MEPHISTO: Perfekt. Was macht das? CHIRURG: (im Hintergrund, laut) Die Milz verdammt! Das ist doch nicht die Milz! Ich kann so nicht arbeiten! PIZZABOTE: (streckt den Kopf, um an Mephisto vorbeizusehen) Come? MEPHISTO: (drückt ihm einen großen Geldschein in die Hand) Hier bitte. Schönen Tag noch. PIZZABOTE: (hinter der Tür, laut) Grazie!Grazie! Buon appetito! Ciao! DER TOD: (wütend) Mach sowas nie wieder! MEPHISTO: Ich hatte Hunger. (öffnet einen Pizzakarton, enttäuscht) Die sind aber dünn belegt. (es klopft wieder) DER TOD: (wütend) Ich bring ihn um! CHIRURG: (laut) Lass ja nicht das Zwerchfell los! (Mephisto öffnet die Tür, dahinter steht wieder der Pizzabote) PIZZABOTE: Un vino rosso. Prego. (drückt ihm einen Flasche Rotwein in die Hand) (Mephisto betrachtet irritiert die Flasche und knallt dann dem Pizzaboten die Tür vor der Nase zu) PIZZABOTE: (hinter der Tür, laut) Grazie! DER TOD: (wütend) Wenn der Kerl noch einmal auftaucht, mach ich aus ihm eine Calzone! MEPHISTO: (essend und trinkend) Ich fand ihn nett. DER TOD: Hoffentlich hat er nicht die Leiche des Wachmanns gesehen. MEPHISTO: Dann denkt er nur, hier haust die Cosa Nostra und wird schön die Klappe halten. Pizza? DER TOD: (dreht sich zu ihm um, laut) Nein! CHIRURG: (laut) Verdammt! Ich hab doch gesagt, du sollst das Zwerchfell festhalten! |
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| Autor: | Abaddon [ 4. Nov 2007, 13:14 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Post Mortem |
Akt II Szene III Die Szene ist weiterhin in einer Pathologie. Der Schönheitschirurg und der Tod arbeiten an Horsts Leiche. Mephisto torkelt im Hintergrund durch den Raum, eine Flasche in der Hand. CHIRURG: Es ist vollbracht! MEPHISTO: (torkelnd) Abblaus! Hick! CHIRURG: (schaut den Tod fragend an) Was ist denn mit dem los? DER TOD: Er hat den Alkohol zum Konservieren gefunden. MEPHISTO: (nimmt einen Schluck aus der Flasche) IchliebeAlgojol! Hick! CHIRURG: Teufel können betrunken sein? DER TOD: Wenn sie wollen. CHIRURG: Naja jedenfalls ist Horst jetzt soweit fertig. MEPHISTO: (torkelt heran, betrachtet Horst und fängt laut an zu lachen) Goddsiedderscheißeaus! Hick! DER TOD: Halt die Klappe Mephisto! MEPHISTO: Wohljein! (nimmt einen großen Schluck aus der Flasche) Hick! DER TOD: (zum Chirurgen) Gut gemacht. Ich glaube, das kauft man uns ab. CHIRURG: (stolz) Das ist definitiv das Beste, was ich je gemacht habe. MEPHISTO: ZumGlüggwarichniedeinPadjiend! Hick! (fällt wie vom Blitz getroffen um und fängt laut an zu schnarchen) DER TOD: (aufatmend) Jetzt ist wenigstens Ruhe. CHIRURG: Und du wirst ihn wieder zum Leben erwecken? MEPHISTO: (im Schlaf) ...des Lebens goldner Baum... DER TOD: Mephisto? Ich bin doch nicht blöd! CHIRURG: Nein Horst. DER TOD: Ach so. Na ich werde es versuchen. Ich hab das schon lange nicht mehr gemacht. Ich muss erstmal überlegen, wie das gleich nochmal geht. MEPHISTO: (im Schlaf) ...ein Teil von jener Kraft... CHIRURG: Und was machst du? Sprichst du ein paar Beschwörungsformeln, streust etwas Pulver und tanzt wild durch den Raum? DER TOD: Nein ich bin doch nicht Jesus. Ich hab so einen Hokuspokus nicht nötig. MEPHISTO: (im Schlaf) ...der stets verneint... DER TOD: Ich überlege nur noch, ob ich mit der linken oder der rechten Hand schnippen musste. CHIRURG: Probieren? DER TOD: Geht nicht. Das funktioniert nur einmal. Einen zweiten Versuch gibt es nicht. Ich muss mir das genau überlegen. MEPHISTO: (im Schlaf) Nein! Nein! Ich bin kein Pudel! Nein! Nicht der Drudenfuß! Nein! (wacht auf, irritiert) Was? Was ist los? Wo bin ich? (der Chirurg und der Tod schauen ihn an) MEPHISTO: Ah die Visagen kenne ich. Seid ihr nicht die mit dem Horst? (der Tod verpasst ihm eine Ohrfeige) MEPHISTO: Aua! Ah ok. Ich weiß wieder. (schüttelt sich, steht auf) Wie geht es unserem Patienten? CHIRURG: Er ist fertig. DER TOD: Er ist fertig. MEPHISTO: Na endlich. Das hat ja länger gedauert als ein Ikea-Regal. Und worauf warten wir noch? CHIRURG: Er weiß nicht mehr, ob er mit der linken oder der rechten Hand schnippen musste. DER TOD: (überlegt) Bei Lazarus war es rechts. Halt nein. Es war links. Oder doch rechts? MEPHISTO: (bestimmt) Rechts! DER TOD: Sicher? Vielleicht war es doch links. MEPHISTO: Nein es war definitiv rechts. Ich muss es wissen. Ich stand daneben und hab Stunden gebraucht, eh ich es dir beigebracht habe. DER TOD: (ungläubig) Wirklich? MEPHISTO: (genervt) Ja verdammt! Nun mach endlich! Ich hab nicht den ganzen Tag Zeit. Die Amis wollen heute wieder irakische Stellungen bombardieren. Da wird's bei uns voll. (der Tod schnippt mit der rechten Hand, alle schauen gebannt auf Horst, der sich keinen Millimeter bewegt) MEPHISTO: (überlegt) Oder war es doch links? DER TOD: (panisch) Mephisto du Arsch! Du hast mich gerade den Job gekostet! MEPHISTO: Gott wird es verstehen. Der ist tolerant. DER TOD: In was für einer Welt lebst du denn? (Horst richtet sich mit einem Mal auf, alle Drei schrecken zurück) CHIRURG: (verrückt) Es lebt! |
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| Autor: | Abaddon [ 4. Nov 2007, 13:16 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Post Mortem |
Akt II Szene IV Die Szene ist immer noch in der Pathologie. Horst sitzt auf einem Arbeitstisch und wirkt benommen. Der Tod steht daneben und hält sich grüblerisch die Hand vor den Mund. Mephisto lehnt an einer Wand. Der Schönheitschirurg hopst freudig um Horst herum. CHIRURG: Ich bin ein Genie! Ich bin ein Genie! Es lebt! Es lebt! Ich bin ein Genie! DER TOD: Irgendwie hab ich mir das anders vorgestellt. HORST: (unverständliches Gebrabbel) MEPHISTO: Hört sich fast wie eine Predigt an. DER TOD: Hör auf, Witze zu reißen Mephisto! HORST: (unverständliches Gebrabbel) DER TOD: Das wird mir Gott nie verzeihen. Ich hab seinen Sohn zu einer Schwachsinn redenden Amöbe gemacht. HORST: (unverständliches Gebrabbel) MEPHISTO: Sicher, dass es nicht schon vorher so war? DER TOD: (schaut Mephisto böse an) MEPHISTO: Ich frag ja nur. CHIRURG: Es lebt! Es lebt! DER TOD: Ja aber es redet nur wirres Zeug. CHIRURG: Ist doch egal! Es lebt! Es lebt! HORST: (unverständliches Gebrabbel) MEPHISTO: Also ich finde diesen Zustand gar nicht so übel. DER TOD: Ja ja ich weiß. Die Hölle hat weniger Arbeit. MEPHISTO: Das meinte ich gar nicht. Er lebt, das heißt, dein Arsch ist gerettet. Und wenn er nur sinnlos brabbelt, kann er dich bei Gott nicht verpetzen. HORST: (unverständliches Gebrabbel) MEPHISTO: Genau das meine ich. DER TOD: (panisch) Er wird es rausfinden. Er wird es sicher rausfinden. (zum Chirurgen) Kannst du nix machen? CHIRURG: Ich? Was machen? Bin ich Neurologe? Es lebt! Es lebt! HORST: (unverständliches Gebrabbel) DER TOD: (total verzweifelt) Mephisto? (Mephisto geht zu Horst und schlägt ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf) HORST: Wo bin ich? DER TOD: (total begeistert) Mephisto! Mein Held! Wahnsinn! Wie hast du das gemacht? MEPHISTO: (winkt ab) Funktioniert bei einem Fernseher, funktioniert auch bei einem menschlichen Gehirn. Die unterscheiden sich nicht großartig. HORST: Wo bin ich? MEPHISTO: Weißt du denn überhaupt, wer du bist? HORST: Äh... (der Tod bricht in Tränen aus) MEPHISTO: Horst? HORST: Ja stimmt. Horst. Horst heiße ich. (der Tod fällt Horst um den Hals) HORST: (erschrocken) Wer ist der Mann? MEPHISTO: Das ist der Tod. Er war zu Tode betrübt, weil er dich getötet hat und könnte sich jetzt zu Tode freuen, weil du nicht mehr tot bist. (überlegt kurz) Klingt irgendwie bescheuert. HORST: Der Tod? CHIRURG: Es denkt! Es denkt! Ich werd ja immer besser! Gibt es noch eine Steigerung von genial? Egal! Es denkt! Es denkt! HORST: Und der da? (deutet auf den Chirurgen) (auf einmal öffnet sich ein Höllenschlund im Boden, in den der Chirurg schreiend hinein fällt) MEPHISTO: (unschuldig) Wer? DER TOD: Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir es geschafft haben. Horst du siehst großartig aus. MEPHISTO: Naja. DER TOD: Gut du siehst den Umständen entsprechend großartig aus. HORST: Bin ich im Himmel? MEPHISTO: Satan bewahre! (besinnt sich) Äh... nein. HORST: (erschrocken) Bin ich etwa in der Hölle? MEPHISTO: Nein. Willst du? DER TOD: Halt die Klappe Mephisto! Horst du bist noch am Leben oder wieder am Leben. Naja jedenfalls lebst du. HORST: Aber ich kann nicht mehr leben. Ich bin doch vor einen Zug gesprungen. MEPHISTO: Du wirst es nicht glauben, aber das ist uns aufgefallen. DER TOD: Wir haben dich wieder zum Leben erweckt. Freust du dich? HORST: (irritiert) Wieder zum Leben erweckt? Aber warum? MEPHISTO: Vornehmlich um seinen Arsch zu retten. (zeigt auf den Tod) HORST: (jammernd) Aber ich wollte doch tot sein. MEPHISTO: (gespielt überrascht) Echt? Wir dachten, du wolltest einfach nur den Zug anhalten. HORST: Nein! Ich will nicht leben! Wo ist ein Messer? Ich brauche ein Messer! (greift sich ein Skalpell) DER TOD: (entsetzt) Mephisto! Halt ihn auf! MEPHISTO: Wieso? DER TOD: (schlägt Horst das Skalpell aus der Hand) Nix da! Du bleibst schön am Leben! Ich mach diesen Mist nicht noch einmal mit! HORST: (jammernd) Ihr habt doch keine Ahnung. Ich bin der Sohn Gottes. Wisst ihr denn, was das heißt? MEPHISTO: Ich war noch nie in dieser Situation. DER TOD: Du wirst eine neue Religion gründen und die Menschheit zu Frieden und Weisheit führen? MEPHISTO: (entsetzt) Hast du was genommen? HORST: Nein! Das heißt, dass ich qualvoll als Märtyrer sterben muss! MEPHISTO: Da ist so ein Zug natürlich eine tolle Alternative. HORST: (fängt an zu weinen) MEPHISTO: Ruhm gibt es halt nicht umsonst. DER TOD: Mephisto! Du bist wirklich keine große Hilfe! MEPHISTO: (gespielt) Oh verdammt! Hab ich heute etwa mein Mitgefühl Zuhause liegen lassen? Ich wusste, ich hab was vergessen. Mal im Ernst der Typ ist der Sohn Gottes. Da kannst du nicht erwarten, dass ich ihm um den Hals falle. HORST: (schluchzend) Wer bist du eigentlich? MEPHISTO: (verbeugt sich) Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Mephisto. Höllenfürst, oberster Grillmeister und Ehrenmitglied der Zeugen Jehovas. HORST: (kippt schreiend nach hinten vom Tisch) MEPHISTO: He das mit den Zeugen war nur ein Witz! DER TOD: Musste das sein? MEPHISTO: (zuckt mit den Schultern) Er hat mich gefragt. Du weißt doch, dass ich so schlecht lügen kann. DER TOD: (zieht eine Augenbraue hoch) Klar. HORST: (stammelt) Der Teufel! Oh nein! Der Teufel will mich versuchen! Ich wusste, dass dieser Moment kommen würde! MEPHISTO: (trocken) Komisch. Ich kenne ihn seit fünf Minuten und kann ihn nicht leiden. DER TOD: Er braucht bestimmt nur etwas Zeit. HORST: Vater! Steh mir bei! MEPHISTO: Er braucht ein neues Hirn. Ich habs gesagt. Wir hätten doch ein anderes Hirn nehmen sollen. Zweitausend Jahre hab ich gebraucht, um dieses Gelaber zu vergessen und jetzt geht das wieder los. HORST: (formt mit seinen Fingern ein Kreuz) Weiche von mir Satan! MEPHISTO: (trocken) Niedlich. DER TOD: Und was machen wir jetzt mit ihm? MEPHISTO: Du könntest ihn als Haustier behalten. Dass das ein normaler Mensch ist, kauft uns sowieso keiner ab. Den kannst du niemandem anbieten. HORST: (fängt an, exorzistische Beschwörungsformeln zu murmeln) MEPHISTO: Glaubt der ernsthaft, dass das funktioniert? DER TOD: Immerhin müssen wir ihm dieses ganze Sohn-Gottes-Zeug nicht noch beibringen. MEPHISTO: (ironisch) Da bin ich aber froh. HORST: (versucht, Wasser zu weihen) MEPHISTO: Jetzt reichts aber. (schlägt Horst mit der Faust ins Gesicht, Horst kippt um und bleibt bewusstlos liegen) DER TOD: (entsetzt) Was hast du gemacht? MEPHISTO: (trocken) Was ist? Glaubst du, ich komme deswegen in die Hölle? DER TOD: Du kannst doch nicht einfach den Sohn Gottes ko schlagen! MEPHISTO: Du siehst doch, wie ich es kann. Der Typ ging mir langsam auf den Sack. Scheint in der Familie zu liegen. DER TOD: (versucht, Horst wieder aufzuwecken) Horst wach auf. Komm schon. Verdammt wenn der nicht in zwei Stunden wieder komplett da ist, bin ich geliefert. MEPHISTO: (lehnt sich an die Wand und verschränkt die Arme) Ich finde, du übertreibst. Entweder er war schon vorher so bekloppt, dann ist eh alles egal. Oder du hast ihn so gemacht, dann bist du sowieso gearscht. DER TOD: Du bist nicht gerade motivierend. (kippt Horst einen Eimer Wasser ins Gesicht) MEPHISTO: Ich bin realistisch. HORST: (wacht auf) Der Teufel! Der Teufel! Wo ist er? MEPHISTO: (flötend) Bei der Arbeit. DER TOD: (laut) Halt die Klappe! Es ist alles in Ordnung Horst. Der böse böse Teufel wird dir nichts tun. MEPHISTO: Mit sowas wie ihm verschwende ich doch nicht meine kostbare Zeit. DER TOD: (zu Horst) Siehst du, mit sowas wie dir verschwendet er doch nicht seine kostbare Zeit. (überlegt) Moment. Halt die Klappe Mephisto! MEPHISTO: Ok HORST: (schluchzend) Der Teufel versucht mich. Ich wusste, dass so etwas passieren würde. Warum muss ich denn der Sohn Gottes sein? Ich hab doch keine Ahnung, wie man so etwas macht. Ich hab das doch gar nicht gewollt. Ich will doch nur ein ganz normales Leben führen. MEPHISTO: Darüber sollten wir uns mal unterhalten Horst. DER TOD: Halt die Klappe Mephisto! Horst du bist auserwählt. Sieh es doch mal so. Du kannst den Menschen helfen, du kannst ein neues Zeitalter einleiten. MEPHISTO: Das will ich sehen. DER TOD: Halt doch endlich mal die Klappe Mephisto! HORST: Er hat Recht. Ich bin ein Versager. Das schaff ich doch nie. Das geht doch sowieso schief. Wer will mir schon folgen? Ich bin doch die totale Fehlbesetzung. MEPHISTO: He das Versuchen ist ja einfacher, als ich dachte. DER TOD: (hält Mephisto den Mund zu, der zappelt wild) Dein großer Bruder hat es doch auch geschafft. Und der war... naja... auch nicht gerade der Bringer. HORST: (resignierend) Aber der ist auch am Kreuz gestorben. MEPHISTO: (macht sich los) Also das lässt sich einrichten. (bekommt wieder den Mund zugehalten) DER TOD: (mit Mephistos Gezappel kämpfend) Denk doch mal positiv. Wir leben heute zweitausend Jahre später. Die Zeiten haben sich geändert. Heute muss man nicht mehr am Kreuz sterben, heute geht man in Talkshows. HORST: (jammernd) Aber die Menschen sind heute nicht mehr bereit, jemandem wie mir zu folgen. (Mephisto macht sich los, der Tod jagt ihn durch den Raum, Horst schaut erst zu und verschwindet dann unbemerkt durch die Tür nach draußen, Zeit vergeht, bis der Tod sein Verschwinden bemerkt) DER TOD: (panisch) Wo ist Horst? MEPHISTO: (keuschend) Hasso ist weg? Was weiß ich, wo der hin ist. Vielleicht ist er ja im Himmel. DER TOD: Verdammt! Der ist weg! Warum ist der weg? Wenn der jetzt wieder vor einen Zug springt! MEPHISTO: Ich hab ja von Anfang an gesagt, dass es eine Schnapsidee ist. DER TOD: Sei doch mal ruhig! Wir müssen ihn suchen! MEPHISTO: Och nö! DER TOD: Doch verdammt! Ich bin erledigt, wenn wir den nicht finden! (schnell ab) |
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| Autor: | Abaddon [ 4. Nov 2007, 13:17 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Post Mortem |
Akt II Szene V Die Szene ist auf einer Brücke. Horst steht in selbstmörderischer Art hinter dem Geländer und schaut nach unten. Der Tod gestikuliert wild hinter ihm. Mephisto steht etwas abseits und wirkt gelangweilt. DER TOD: Horst! Das kannst du doch nicht tun! Denk an deinen Vater! Denk an die Menschheit! Denk verdammt nochmal an mich! HORST: Es gibt keinen anderen Weg. Ich muss es zuende bringen. Nur so kann ich meinem Schicksal entkommen. MEPHISTO: (verdreht die Augen) Jetzt geht das los? DER TOD: (beschwichtigend) Horst hör mir zu. Es gibt einen anderen Weg. HORST: Und der wäre? Du interessierst dich doch auch nicht für mich sondern nur für dich selbst. MEPHISTO: Da hat er Recht. DER TOD: Halt die Klappe! Horst das ist nicht wahr. Ich hab dich wieder ins Leben zurückgeholt. Ist das denn nichts? HORST: Ja und schau dir an, was du aus mir gemacht hast. Ich sehe aus wie ein Ersatzteillager. MEPHISTO: Da hat er Recht. DER TOD: Halt die Klappe! Horst es ist doch nicht das Äußere, was zählt. MEPHISTO: (hustet) DER TOD: Halt die Klappe verdammt! Horst es zählen doch die inneren Werte. Es zählt das, was der Mensch im Herzen hat. MEPHISTO: (lacht laut los) Muahahahaha der war gut! DER TOD: (verzweifelt) Mephisto hilf mir doch mal! MEPHISTO: (stellt sich hinter Horst und legt ihm die Hand auf die Schulter) Horst hör mir mal zu. Wenn du da jetzt runterspringst, dann kommst du in die Hölle. Und die wird dir ganz und gar nicht gefallen. Da ist es heiß und stickig, die Luft ist scheiße und als Sohn Gottes ist man da nur das Bückstück. Wenn du aber hier schön den Sohn Gottes spielst, kommst du danach in den Himmel und wirst dort eine Menge Spaß haben. Dann hast du zwar ein paar Jahrzehnte ein echt beschissenes Leben aber danach Fun für die Ewigkeit. Das ist doch kein Problem. Das machen alle Katholiken so. (tritt wieder zurück) DER TOD: (flüstert) Der Himmel macht Spaß? MEPHISTO: (flüstert) Nicht mal ansatzweise, aber das weiß der doch nicht. HORST: (überlegt) Himmel? Hölle? MEPHISTO: (flüstert) Immerhin springt er erstmal nicht. DER TOD: (flüstert) Du bist ein Genie. MEPHISTO: (flüstert) Jahrelange Erfahrung. Nur sonst eigentlich in die andere Richtung. HORST: Himmel? Hölle? DER TOD: (flüstert) Wird der bald mal fertig? (eine Gestalt im weißen Mantel auf, stellt sich lautlos hinter die Beiden) GESTALT: Guten Morgen die Herren. Was für eine Überraschung, euch hier zu treffen. (der Tod und Mephisto drehen sich erschrocken um, der Tod fällt in Ohnmacht) MEPHISTO: (den bewusstlosen Tod betrachtend) Auch das noch. GESTALT: Na na. Das ist aber keine nette Begrüßung. MEPHISTO: Naja das musst du schon verstehen. Er macht gerade eine schwere Phase durch und das Letzte, was er im Moment gebrauchen kann, ist ein Engel. HORST: Himmel? Hölle? ENGEL: (betrachtet interessiert Horst) Wer ist denn das? MEPHISTO: (gespielt unwissend) Wer? ENGEL: (deutet auf Horst) Der da. MEPHISTO: (tut so, als würde er Horst zum ersten Mal sehen) Ach der. Wo kommt der denn plötzlich her? Kenn ihn nicht. Hab ihn nie zuvor gesehen. ENGEL: (zieht eine Augenbraue hoch) MEPHISTO: Ok ich hab vielleicht mal gehört, er ist irgendwie mit Gott verwandt. ENGEL: Mit Gott verwandt? MEPHISTO: Ganz entfernter Verwandter. Eigentlich gar nicht mehr richtig Verwandtschaft. Also er wird definitiv auf keine Familienfeiern eingeladen. HORST: Himmel? Hölle? ENGEL: Ist es zufällig sein Sohn? MEPHISTO: (unschuldig) Weiß nicht. Kann sein. Sieht er so aus? ENGEL: Hm ich dachte immer, er sieht anders aus. Habt ihr was mit ihm angestellt? MEPHISTO: (gespielt unschuldig) Wir? Nein. Wir haben gar nicht die Zeit dafür. ENGEL: (zieht eine Augenbraue hoch) MEPHISTO: Ok ok er hatte einen kleinen Unfall. Sagen wir, er hat einen Zug übersehen. (schnell) Aber da können wir nichts dafür und ich schon mal gar nicht. ENGEL: Einen Zug übersehen? Und warum steht er dann hier rum? MEPHISTO: Vielleicht hat ihn ja irgendjemand wieder geklebt. ENGEL: Er sieht grauenhaft aus. MEPHISTO: (betrachtet Horst) Jetzt, wo du es sagst. ENGEL: Und jetzt? Will er etwa da runter springen. MEPHISTO: Kann sein. Vielleicht. Frag mich nicht. ENGEL: Hm da hat Gott wohl diesmal wirklich gehörig ins Klo gegriffen. MEPHISTO: (auf einmal hellwach) Was? ENGEL: Na schau dir den Typen doch mal an. Der sieht doch total scheiße aus und labert auch noch sinnloses Zeug. HORST: Himmel? Hölle? ENGEL: Das ist ja direkt peinlich. Darf man gar keinem erzählen, dass der zu unserem Verein gehört. MEPHISTO: Ich muss zugeben, ich bin etwas überrascht, dass du das sagst. ENGEL: Naja Gott ist ja auch der Meinung. MEPHISTO: (kriegt große Augen) So? ENGEL: Jaja. Er meint, er war irgendwie betrunken oder sowas. Naja und dann ist es halt passiert. Er wird eben auf seine alten Tage langsam nachlässig. Jedenfalls haben wir am Anfang noch überlegt, ob wir etwas mit ihm anfangen können, aber mittlerweile hat Gott festgestellt, dass der Kerl als Sohn Gottes komplett ungeeignet ist. (zu Horst, laut) He du! Hörst du mir überhaupt zu? HORST: Himmel? Hölle? MEPHISTO: Der kriegt, glaub ich, gerade nicht viel mit. ENGEL: Naja auch egal. Wenn er wieder etwas rafft, richte ihm bitte aus, dass wir ihn nicht mehr brauchen. Und er soll gefälligst nicht so rumtönen, wer sein Vater ist. Das muss ja nicht gerade jeder wissen. MEPHISTO: Und was machen wir jetzt mit ihm? ENGEL: Keine Ahnung. Macht, was ihr wollt. Nehmt ihn als Haustier, verscherbelt ihn an einen Wanderzirkus. Mir ist es egal und dem Himmel auch. MEPHISTO: Das hat natürlich eine gewisse Komik. ENGEL: Wieso? MEPHISTO: Naja der Tod hat die letzten Stunden voll die Panik gehabt, dass er seinen Job verliert, weil Horst vor einen Zug gesprungen ist. Darum haben wir auch versucht, ihn wieder zusammenzuflicken. ENGEL: (betrachtet den bewusstlosen Tod) Ja er reagiert gern mal etwas über. (deutet auf Horst) Sah er eigentlich vorher auch schon so scheiße aus? MEPHISTO: Keine Ahnung. Ich hab ihn erst in Einzelteilen kennen gelernt. ENGEL: Naja. So ich muss jetzt los. Der Papst hat in ein paar Minuten ein Wunder bestellt. Irgendeine Marienstatue soll Blut weinen. Und außerdem muss ich noch Jesus Gesicht auf eine Scheibe Toast malen. Der Job ist auch nicht mehr das, was er mal war. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte damals auch rebelliert. MEPHISTO: Hat seine guten und schlechten Seiten. Aber du kannst ja gern mal bei uns vorbei kommen. ENGEL: Mal sehen. Naja man sieht sich auf jeden Fall. MEPHISTO: Grüß Gott. (Engel ab) MEPHISTO: (gibt dem Tod eine Ohrfeige) Wach endlich auf! DER TOD: (schreckt hoch) Ein Engel! Verdammt ein Engel! Es ist alles aus! Wir sind gearscht! MEPHISTO: Nein sind wir nicht. Der wollte gar nichts von uns. DER TOD: (überrascht) Nicht? MEPHISTO: Nein. Der wollte Horst mitteilen, dass er nicht mehr Mitglied der Familie ist. HORST: Himmel? Hölle? DER TOD: Nicht mehr Mitglied der Familie? MEPHISTO: Genau. Die wollen ihn im Himmel nicht mehr haben. Er hat gesagt, wir können mit Horst machen, was wir wollen. (zu Horst, laut) Hörst du das? Du kannst springen du Depp! HORST: Himmel? Hölle? DER TOD: Soll das etwa heißen, die ganze Aktion war für die Katz. MEPHISTO: Genau. Du hast deinen Blutdruck ganz umsonst strapaziert. DER TOD: (steht auf und atmet wütend geräuschvoll ein) MEPHISTO: Können wir jetzt endlich gehen? Mir wird es langsam kalt. DER TOD: (gereizt) Einen kleinen Moment noch. (laut) Horst! Komm mal kurz her! |
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| Autor: | Abaddon [ 4. Nov 2007, 13:19 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Post Mortem |
Akt III Szene I Die Szene ist im Vorzimmer des Todes. Die Sekretärin läuft wütend durch den Raum und packt verschiedene Gegenstände in eine Kiste. Mephisto sitzt in einem schwarzen Ledersessel und schaut verwirrt zu. SEKRETÄRIN: (laut) Es reicht! Ich hab ja wirklich viel mitgemacht! Langeweile, Stress, Lebenskrise, diverse Katastrophen! Ich hab alles ertragen, aber jetzt ist Schluss! Ende! Aus die Maus! MEPHISTO: (irritiert) Was ist denn eigentlich los? ENGEL/RAZIEL: (stürmt herein, laut) Wo ist er? Wo ist dieser Wahnsinnige? Was bildet der sich eigentlich ein? MEPHISTO: Ich versteh gar nix mehr. SEKRETÄRIN: (ignoriert ihn) Ich hab keine Ahnung, wo er ist! Der könnte sonstwo sein! Ich weiß es nicht! Ach lasst mich doch alle in Ruhe! MEPHISTO: Hä? RAZIEL: Was soll das heißen, er könnte sonstwo sein? Dreht er denn jetzt völlig durch? MEPHISTO: (winkt) Hallo? SEKRETÄRIN: Er ist doch schon längst völlig durchgedreht! Ihr habt ja alle keine Ahnung! Aber ich, ich mache diesen Mist schon ewig mit! Doch jetzt ist Ende! Es reicht! Ich kündige! Da arbeite ich doch lieber für den Teufel! MEPHISTO: Wie jetzt? RAZIEL: Sie können doch nicht einfach gehen! Verweigert denn hier seit Neuem jeder die Arbeit? MEPHISTO: Wieso die Arbeit verweigern? Ich arbeite doch. Ich verweigere überhaupt nicht die Arbeit. SEKRETÄRIN: Ach ihr könnt mich doch alle mal kreuzweise und spiralförmig! (mit ihrer Kiste ab, knallt die Tür zu) MEPHISTO: Klärt mich mal jemand auf? RAZIEL: (scheint ihn erst jetzt zu bemerken) Wie aufklären? Seh ich aus wie Peter Lustig? MEPHISTO: Hallo, ich bin nicht der Feind. (überlegt kurz) Naja zumindest im Moment nicht. RAZIEL: Kriegt ihr denn in der Hölle überhaupt noch was mit? SEKRETÄRIN: (stürmt herein) Hat jemand meinen Nagellack gesehen? Nein? Ist doch alles scheiße hier! Sagt Romeo, ich bin weg! (ab, von hinter der Bühne) Und ich komme nie mehr zurück! MEPHISTO und RAZIEL: (schauen sich irritiert an) Romeo? |
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