Guten Morgen Gram,
ein Gedicht, das mit ein paar Bildern spielt, die teilweise nicht so recht zusammen passen wollen.
Die Welle braucht die breite Bucht,
das Leid erlischt, so zischt die Gischt,
doch nicht die Welle sucht die Flucht.
Womit wird Suppe wohl gewürzt?
Die Welle braucht die breite Bucht. Hm... das Leid erlischt, mein erster Gedanke wäre, dass in der Bucht ein Feuer brannte, das die Welle nun löscht. Auch in Bezug auf das Zischen der Gischt. Die Worte, die du verwendest, suggerieren das irgendwie. Nachdem die Gischt gezischt hat, wird uns nun gesagt, dass nicht die Welle die Flucht sucht. Und zu allem Überfluss kommt jetzt eine Suppe ins Spiel.

Wir waren doch eben beim Meer, hörten die Gischt zischeln und philosophierten über die Flucht, die die Welle nicht tätigt. Ozean, Möwen und salziger Wind - Erinnerungen vergangener Tage, während wir beim Anblick von Ebbe und Flut über den Sinn des Lebens nachdenken...
... und jetzt eine
Suppe?
Das Salz im Wasser wird vermischt
zu Tränen, die man von sich wischt,
bevor der Thor sich in sie stürzt,
die Schlucht der Sucht, mit voller Wucht.
Jetzt weiß man atok nicht mehr, in was das Salz gemischt wird: in die plötzlich heraufgeschwabte Suppe oder ins Meer. Doch im Folgenden wird nun klar, insbesondere der letzten Zeile, wohin der Text geht. Der Bezug zu allerlei Flüssigem wird mir hier erst klar. Die Schlucht der Sucht und der Thor, die sich gern und gleichzeitig willenslos und ungern hineinstürzt. Ich weiß ungefähr, wovon du sprichst, Gram. Ich hoffe nur, dass ich mit meinem Kommentar nicht auf offenen Wunden tanze, bzgl. der Sucht. Auch deine familiäre Situation kann ich nachempfinden, da ich vor 1 1/ 2 Jahren das gleiche durchgemacht habe.
Zum Text selbst würde ich als Hauptkritikpunkt die merkwürdige Suppe bemängeln, die wirklich profan und fehl am Platze wirkt.
Gruß,
Thalberg